Archiv des Autors: Juliane Böhm

AGO-VULVA 1 – PIERCE

AGO-VULVA 1 – PIERCE

Kombinationstherapie (Immuntherapie + Anti-Angiogenese) für Patientinnen mit wiedergekehrtem, metastasierendem oder lokal fortgeschrittenem Vulvakrebs, für die eine Operation oder Strahlentherapie nicht geeignet sind

Die PIERCE-Studie ist eine Therapie-Studie mit Pembrolizumab in Kombination mit Lenvatinib bei Patientinnen mit wiedergekehrtem, metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem Vulvakrebs (Krebserkrankung des äußeren weiblichen Genitals), bei denen eine Operation oder Strahlentherapie ausgeschlossen ist.

Was wird in dieser Studie untersucht?

Aktuell gibt es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten für nicht-operable, wiederkehrende oder metastasierende Plattenepithelkarzinome (Tumore ausgehend von der Haut/Schleimhaut) der Vulva. Deswegen besteht für diese Patientinnen ein hoher Bedarf an neuen Therapiemöglichkeiten. Bereits abgeschlossene Kombinationstherapie-Studien mit Lenvatinib und Pembrolizumab konnten bei Patientinnen mit stark vorbehandelten Plattenepithelkarzinomen schon eine vielversprechende Wirksamkeit zeigen.

Pembrolizumab ist ein Wirkstoff zur Behandlung im Rahmen einer Immuntherapie. Es handelt sich um einen Antikörper der Klasse „PD-1-Inhibitor“. PD-1 ist ein Protein an der Oberfläche von Zellen unseres Immunsystems (T-Zellen). Zellen verschiedener Krebsarten können an ihrer Oberfläche das Protein PD-L1 aufweisen. Bindet dieses Protein der Tumorzelle an das PD-1 der T-Zelle, so wird diese inaktiviert und die Immunantwort des Körpers bleibt aus. Mit der Gabe von Pembrolizumab binden jedoch die Antikörper an das PD-1 Protein der T-Zellen und verhindern so deren Inaktivierung.

Lenvatinib ist ein Wirkstoff der die Angiogenese, also die Neubildung von Blutgefäßen des Tumors, hemmt und somit dessen Versorgung mit Nährstoffen verhindert, sodass das Wachstum eingeschränkt werden kann.

Beide Wirkstoffe entfalten zusammen eine hohe Wirksamkeit und kommen bereits bei anderen Krebsarten regelhaft zum Einsatz (z.B. Gebärmutterkörperkrebs).

Was ist das Ziel der Studie?

Das primäre Ziel der PIERCE-Studie ist die Untersuchung der Wirksamkeit der Kombinationstherapie aus Pembrolizumab und Lenvatinib bei Patientinnen mit wiederkehrendem, metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem Vulvakrebs, bei denen eine Operation oder Strahlentherapie keine Therapieoption ist. Außerdem wird ebenfalls die Sicherheit und Verträglichkeit der Kombinationstherapie und die Lebensqualität während der Behandlung untersucht.

Wie ist der Ablauf der Studie?

Da es derzeit keinen Behandlungsstandard zum Vergleich gibt, umfasst diese Studie nur eine Behandlungsgruppe und keine Kontrollgruppe. Alle teilnehmenden Patientinnen bekommen demnach folgende Behandlung im Rahmen der Studie:

  • Pembrolizumab, intravenös, alle 6 Wochen + Lenvatinib, zwei Kapseln oral , täglich

Beide Medikamente werden für maximal 2 Jahre (entspricht 18 Zyklen mit Pembrolizumab) verabreicht oder bis zum Fortschreiten der Krankheit oder bis die Studie durch den Sponsor beendet wird.

Gibt es Risiken?

Über mögliche Risiken bzw. Nebenwirkungen, die mit der Teilnahme verbunden sind, werden Sie im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs zur Studie informiert.

Teilnahmevoraussetzungen:

An dieser Studie können Frauen im Alter ab 18 Jahren teilnehmen,

  • mit wiedergekehrtem, metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem Vulvakrebs
  • die nicht sinnvoll mit einer Operation oder Strahlentherapie behandelt werden können
  • die nicht mehr als 2 vorangegangene Chemotherapien (ausgenommen eine
    Radiochemotherapie) erhalten haben

Wo kann ich an dieser Studie teilnehmen?

Diese Studie wird unterstützt von:

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 05.03.2025

Die wichtigsten ASCO-Ergebnisse bei Vulvakrebs

Die wichtigsten ASCO-Ergebnisse bei Vulvakrebs

Gestern fand das 26. NOGGO-Update zur gynäkologischen Onkologie statt, bei dem wichtige Studien zum Vulvakrebs von der ASCO 2025 vorgestellt wurden. Wir waren vor Ort und möchten die wichtigsten Erkenntnisse teilen:

Phase‑2-Studie: Cisplatin‑Sensibilisierte Chemo‑Immun‑Strahlentherapie mit Pembrolizumab

Eine internationale Phase‑2-Studie zeigte beeindruckende Ergebnisse: Die Kombination aus Cisplatin, Strahlentherapie und Immuntherapie mit Pembrolizumab erreichte eine objektive Ansprechrate (= Anteil der Patientinnen, bei denen ein Tumor nachweislich kleiner wird oder ganz verschwindet) von 75 %, wobei ein Drittel der Patientinnen sogar völlig tumorfrei reagierte. Nach sechs Monaten waren 70 % der Frauen ohne erneutem Rückfall. Zudem wurde die Therapie als sicher und gut verträglich eingestuft, ohne neue unerwartete Nebenwirkungen . Für Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder nicht operablem Vulvakrebs stellt diese Behandlung somit eine vielversprechende Option dar.

C‑POST-Ergebnisse: Adjuvante Therapie mit Cemiplimab

Obwohl die C‑POST-Studie formal nicht auf Vulvakrebs beschränkt war, ist sie dennoch relevant, da sie über einen vergleichbaren Hautbereich-Plattenepithelkrebs berichtet. Nach 36 Monaten zeigte sich im Cemiplimab-Arm eine krankheitsfreie Überlebensrate von 83 %, verglichen mit 60 % unter Placebo . Auch wenn diese Therapie noch nicht offiziell für Vulvakrebs zugelassen ist, wecken die Ergebnisse Hoffnungen einer möglichen Nutzung.

Fazit für die Praxis

Die vorgestellte Kombinationstherapie aus Chemo, Strahlung und Immuntherapie mit Pembrolizumab stellt für viele Patientinnen mit inoperablem Vulvakrebs eine neue, wirksame und verträgliche Behandlungsoption dar. Die C‑POST-Daten zeigen zudem, wie Immuntherapien postoperativ die Rückfallrate bei ähnlichen Krebsformen senken könnten.

Dennoch bleibt es bei der Behandlung mit Vulvakrebs bisher bei den geltenden Leitlinien. Die vorgestellten Studienergebnisse könnten jedoch zukünftig die Standards erweitern – sobald größere Studien folgen und Zulassungsverfahren abgeschlossen sind.

Gynäkologische Sarkome: Was ist heute die beste Therapie? Was sind die neuesten Studien? Vortrag von Dr. Eva Roser

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Im Rahmen des Studientages 2023 hält Dr. Eva Roser von der Charité Berlin einen Vortrag zu den besten Therapien und neuesten Studien zu gynäkologischen Sarkomen. 

Der Studientag für Patientinnen und Angehörige fand am 07.02.2023 statt und war eine Veranstaltung der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs, des Studienportals Gyn und des Forum Gyn Onkologie in Kooperation mit: NOGGO e.V., Deutsche Sarkom-Stiftung, AGO Studiengruppe, Europäisches Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs, Survivorship Clinic, Institut für Klinische Krebsforschung, Gynäkologische Krebserkrankungen Deutschland e.V., MammaMia!, Yes we can!cer, Thea-App, Focus Me-App und Das K-Wort. Mit Unterstützung von: AstraZeneca, MSD, Pharmamar und Roche.

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Status quo: Spezielle Herausforderungen von Patientinnen mit gynäkologischen Sarkomen

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Im Rahmen des Studientages 2023 hält Odette Helbig von der Deutschen Sarkom Stiftung einen Vortrag zu den speziellen Herausforderungen von Patientinnen mit gynäkologischen Sarkomen. 

Der Studientag für Patientinnen und Angehörige fand am 07.02.2023 statt und war eine Veranstaltung der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs, des Studienportals Gyn und des Forum Gyn Onkologie in Kooperation mit: NOGGO e.V., Deutsche Sarkom-Stiftung, AGO Studiengruppe, Europäisches Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs, Survivorship Clinic, Institut für Klinische Krebsforschung, Gynäkologische Krebserkrankungen Deutschland e.V., MammaMia!, Yes we can!cer, Thea-App, Focus Me-App und Das K-Wort. Mit Unterstützung von: AstraZeneca, MSD, Pharmamar und Roche.

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Im Rahmen des Studientages 2023 halten Dr. Peter Reichardt und Prof. Dr. Jalid Sehouli eine Einführung zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von gynäkologischen Tumorerkrankungen versus Myom, Sarkom und Weichteiltumor.

Der Studientag für Patientinnen und Angehörige fand am 07.02.2023 statt und war eine Veranstaltung der Deutschen Stiftung Eierstockkrebs, des Studienportals Gyn und des Forum Gyn Onkologie in Kooperation mit: NOGGO e.V., Deutsche Sarkom-Stiftung, AGO Studiengruppe, Europäisches Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs, Survivorship Clinic, Institut für Klinische Krebsforschung, Gynäkologische Krebserkrankungen Deutschland e.V., MammaMia!, Yes we can!cer, Thea-App, Focus Me-App und Das K-Wort. Mit Unterstützung von: AstraZeneca, MSD, Pharmamar und Roche.

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Im Rahmen des Welteierstockkrebstages 2022 spricht Dr. Hannah Woopen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin über Langzeitüberleben beim Eierstockkrebs und anderen gynäkologischen Krebsen. Unterschiedliche Faktoren beeinflussen die Prognose, viele davon liegen nicht in Ihrer Hand, manche jedoch kann man selbst beeinflussen:

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